Schon zum 7. Mal trafen wir uns zur Zukunftswerkstatt. Das Motto Du führst uns hinaus ins Weite(r) begleitete uns auch diesmal.
Beim letzten Treffen der Zukunftswerkstatt stellten wir uns der Frage: „Was macht uns aus als Dillinger Franziskanerinnen?“. Gemeinsam entdeckten wir die Vielfalt, die uns in den langen Jahren zugewachsen ist. Darin entdeckten wir auch die Frage: „Wie wollen wir als Dillinger Franziskanerinnen leben?“ Ein wesentlicher Aspekt des franziskanischen Lebens ist das Gelübde der Armut. Es ist uns eine Herausforderung und ein Stachel. So stellten wir uns beim 7. Treffen diesem Gelübde mit der Überschrift: „Teilen und verbinden – franziskanische Armut“
Mit ihrem Impuls führte Sr. Martina zur Armut hin. Sie nannte drei Worte:
- Komfort = damit verbinden wir behaglich, angenehm; doch seine Wurzel hat das Wort in confortis (lat.), das so viel bedeutet wie stärken, trösten. Wer/was stärkt mich? Wer/was tröstet mich?
- Vergnügen: in diesem Wort steckt genug, zufriedenstellen, eine Freude machen/haben. Was macht mich vergnügt? Was ist mir eine Freude?
- Genügsamkeit: auch hier ist das Wort genug zu finden. Was ist genug? Was genügt?
- Franziskus von Assisi schreibt in seinen Ermahnungen: „Wo Armut ist mit Fröhlichkeit, da ist nicht Habsucht noch Geiz.“ Er hat die Armut sehr radikal gelebt und spürte darin Freude. Und heute? Wie können wir das Gelübde der Armut heute leben?
Durch die franziskanischen Quellenschriften ließen wir uns inspirieren, wie Franziskus die Armut lebte.
Einige Aussagen, die wir uns nach der Beschäftigung mit den Schriften notierten:
- Die wahre Armut führte Franzikus zu Gott. Er nahm die Armut als Gefährtin an, damit er den Weg Gottes finden konnte.
- Das Leben Jesu und das Evangelium betrachten und vertiefen. Daraus Entscheidungen für unser Leben treffen. Das führt zur Freiheit.
- Ich brauche mich nicht vergleichen.
- Das „Lebensnotwendige“ darf ich annehmen.
- Verantwortung im Umgang mit dem Besitz (den wir haben), mit geschenktem Besitz und in Freiheit entscheiden.
- Das Vertrauen auf den Herrn setzen, der für die Seinen sorgt.
- Es geht um innere Freiheit.
- Über Armut reden ist leicht, aber in Taten …
Angeregt durch die Worte von Franziskus stellten wir uns der Frage: Wie ist es bei uns mit der Armut?
Einige Stichworte luden ein zum Schreibgespräch:
- „Armut als Macht“, „Armut als Elend“, „Armut als Zartheit“, „Armut als Freiheit“, „Armut als Gegenentwurf“ mit den Aspekten spirituell – biblisch – franziskanisch und sozial-politisch
- „Hier sind wir arm…“, „Hier wollen wir arm sein…“, „Hier sind wir nicht arm, aber das ist ok so…“
Viele Gedanken, Worte, Fragen… wurden aufgeschrieben. Im anschließenden Synodalen Dialog tauschten wir uns in Kleingruppen aus.
Angeregt durch die Provinzweisung „Armut und Solidarität“ wurden wir immer konkreter:
Wir leben nicht arm, da wir durch unsere Gemeinschaft gehalten und abgesichert sind. Doch daraus ist es uns ein Anliegen, solidarisch zu leben – solidarisch mit Menschen, die in Armut leben, solidarisch mit der Mitwelt, solidarisch in Gerechtigkeit.
Von der 7. Zukunftswerkstatt nimmt jede persönlich mit: Welche konkreten Veränderungen möchte ich nach der Zukunftswerkstatt für mich umsetzten?
Und die konkreten Erkenntnisse und Veränderungen für unsere Provinzgemeinschaft nehmen wir mit ins Provinzkapitel, das in der Woche nach Ostern stattfindet.
32 Schwestern gut begleitet von F.-J. Wagner ließen sich in Bamberg wieder auf die Zukunftswerkstatt ein.









