- Kann ich das, was da von mir verlangt wird?
- Bin ich für die neue Aufgabe geeignet?
- Traue ich dem, was da auf mich zu kommt?
- Bin ich wirklich die Richtige für diese Aufgabe?
- Meint der/die andere es wirklich ernst mit mir?
Solche Gedanken gehen mir immer wieder mal durch den Kopf. Dann fühle ich mich den Anforderungen nicht gewachsen, fühle mich unsicher. Ich meine, dass ich viel zu klein bin, für das, was mir da zugetraut wird. Ich fühle mich ungenügend.
- Müsse ich nicht besser sein?
- Brauche ich noch eine Weiterbildung?
- Bin ich gut genug?
- Müsste… sollte… könnte…???
Der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl sagte, dass er erschrocken war, als er erfuhr, dass er ein Kandidat für den Dienst als Erzbischof von Wien sei. Auch ihm gingen Fragen durch den Kopf – wie:
- Bin ich geeignet für diese Aufgabe?
- Braucht es da nicht einen besseren Theologen?
- Kann ich ein Bistum leiten?
- Bin ich spirituell genug?
Schließlich habe ihm eine Erkenntnis geholfen, JA zu sagen und die Aufgabe anzunehmen: „Gott braucht mich nicht perfekt, sondern er will mich verfügbar.“
Nicht perfekt – sondern verfügbar!
Das Evangelium vom 10. Sonntag im Jahreskreis (Matthäus 9, 9-13) spricht auch davon:
Matthäus der Zöllner war in den Augen vieler nicht perfekt. Durch seine Arbeit für die römische Besatzermacht war er ein Sünder. Doch genau zu ihm sagte Jesus: Folge mir nach!
Matthäus war wie alle Jüngerinnen und Jünger Jesu nicht perfekt. In den Augen der religiösen Oberschicht sowie der Frommen waren sie Menschen, mit denen man sich nicht unbedingt sehen lassen wollte.
Genau solche ruft Jesus. Er braucht sie!
Folge mich nach!
Du musst nicht perfekt sein.
Für mich bist du genau richtig.
Sr. Isabel Westphalen
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