IMPULSE ZUR ZEIT

Impulse von den Dillinger Franziskanerinnen

An dieser Stelle möchten wir Ihnen von Zeit zu Zeit und an besonderen Festtagen einen kleinen Impuls mit in den Tag geben: um ein Stück innezuhalten, um achtsam um sich herum die Welt zu beobachten und über das ein oder andere Thema ein bisschen tiefer nachzudenken.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich mit einem unserer Impulse heute auf den Weg machen…

Folge mir nach!
ICH?
Nicht perfekt, sondern verfügbar!

  • Kann ich das, was da von mir verlangt wird?
  • Bin ich für die neue Aufgabe geeignet?
  • Traue ich dem, was da auf mich zu kommt?
  • Bin ich wirklich die Richtige für diese Aufgabe?
  • Meint der/die andere es wirklich ernst mit mir?

Solche Gedanken gehen mir immer wieder mal durch den Kopf. Dann fühle ich mich den Anforderungen nicht gewachsen, fühle mich unsicher. Ich meine, dass ich viel zu klein bin, für das, was mir da zugetraut wird. Ich fühle mich ungenügend.

  • Müsse ich nicht besser sein?
  • Brauche ich noch eine Weiterbildung?
  • Bin ich gut genug?
  • Müsste… sollte… könnte…???

Der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl sagte, dass er erschrocken war, als er erfuhr, dass er ein Kandidat für den Dienst als Erzbischof von Wien sei. Auch ihm gingen Fragen durch den Kopf – wie:

  • Bin ich geeignet für diese Aufgabe?
  • Braucht es da nicht einen besseren Theologen?
  • Kann ich ein Bistum leiten?
  • Bin ich spirituell genug?

Schließlich habe ihm eine Erkenntnis geholfen, JA zu sagen und die Aufgabe anzunehmen: „Gott braucht mich nicht perfekt, sondern er will mich verfügbar.“

Nicht perfekt – sondern verfügbar!

Das Evangelium vom 10. Sonntag im Jahreskreis (Matthäus 9, 9-13) spricht auch davon:

Matthäus der Zöllner war in den Augen vieler nicht perfekt. Durch seine Arbeit für die römische Besatzermacht war er ein Sünder. Doch genau zu ihm sagte Jesus: Folge mir nach!

Matthäus war wie alle Jüngerinnen und Jünger Jesu nicht perfekt. In den Augen der religiösen Oberschicht sowie der Frommen waren sie Menschen, mit denen man sich nicht unbedingt sehen lassen wollte.

Genau solche ruft Jesus. Er braucht sie!

Folge mich nach!
Du musst nicht perfekt sein.
Für mich bist du genau richtig.

 

 

 

 

 

Sr. Isabel Westphalen

 

 

Foto: ©GregMontani / Pixabay.com

 

Fronleichnam

An Fronleichnam feiern wir die Einsetzung der Eucharistie, die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Es ist die Zusage, die Jesu uns gibt:
In Brot und Wein bin ich bei Euch – alle Tage!

Im Markusevangelium (Mk 14, 22 – 24) lesen wir:

„Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis;
dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.
Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus.
Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“

In diesem Zeichen der Eucharistie ist die Nähe Gottes zu uns Menschen spürbar und mit allen Sinnen erfahrbar.
Ich kann dieses Stück Brot, den Schluck Wein sehen, fühlen, riechen, schmecken!

An Fronleichnam tragen wir dieses Brot durch die Straßen unserer Städte und Gemeinden und geben Zeugnis von unserem lebendigen Glauben.

Ich sehe dieses kleine Stück Brot und glaube: Es ist Christus!

Er liefert sich mir aus in dem kleinen Stück Brot, das in meine Hände gelegt wird und ich spüre: Er gibt sein Leben für mich!

Ich esse dieses kleine Stück Brot und glaubend weiß ich: Er will in mir und durch mich in meinem Alltag wirken.

 

 

 

 

 

Sr. Bernadette Gevich, OSF

 

 

© Bild: Sr. Bernadette Gevich, Fronleichnamsprozession in Dillingen 2025

Internationaler Kindertag – 1. Juni

Kind sein…

… alles zum ersten Mal sehen

… in Pfützen springen

… barfuß durchs Gras laufen

… Fragen stellen

… an Wunder glauben

… spielen, bis es dunkel wird

… Zeit vergessen

… im Regen tanzen

… sich Geschichten ausdenken

… sich in Büchern verlieren

… Grenzen austesten

… laut lachen

… laut weinen

… hinfallen und wieder aufstehen

… Freundschaften fürs Leben schließen

… Schätze sammeln

… über Kleinigkeiten staunen

… einfach im Moment leben

Internationaler Kindertag 🌈

Und du? Wo entdeckst du heute noch das Kind in dir?

 

Stephanie Planer

Dreifaltigkeitssonntag

Das Christentum gehört wie das Judentum und der Islam zu den monotheistischen Religionen: wir glauben an EINEN Gott.
Wir Christen glauben, dass es Gott in drei Personen gibt: die Trinität, deutsch: Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit.

Gott, der unsere Welt und alles, was darauf lebt erschaffen hat. Der Gott, den Jesus als ABBA, lieber Vater angesprochen hat.

Gott wurde Mensch: Jesus lebte in einer Familie, hatte Freunde, arbeitete als Zimmermann. Er lebte, um Gottes Botschaft zu verkünden und zu zeigen, wie Gott ist und wie er sich den Menschen zuwendet. Mit dieser Botschaft wurde er gefährlich für das bestehende System und getötet. Wir Christen glauben: Er ist auferstanden von den Toten.

Der Heilige Geist oder die heilige Geistkraft ist die dritte göttliche Person. Sie hilft, Gott zu erkennen, sie tröstet, belebt, ist lebendige Beziehung.

Eine liebevolle Beziehung verbindet Gott Vater, Gott Sohn und die Geistkraft und lässt sie eins sein.

Schwierig? Ja, ich finde schon, dass das mit der Dreifaltigkeit nicht einfach ist. Aber müssen wir das verstehen? P. Piet van Breemen sagte: das müssen wir nicht verstehen. Das ist ein Geheimnis des Glaubens! Ich glaube an Gott Vater, an Jesus und an den Heiligen Geist!

Und die Breze(l)? Tatsächlich findet sich im Internet die Erklärung, dass sie im Mittelalter in Klöstern gebacken wurde und ihre Form an zum Gebet überkreuzte Arme erinnert. Drei miteinander verbundene Teile, die eine Einheit bilden – ohne Anfang und ohne Ende – als Symbol der Dreifaltigkeit.

Eine Anregung, falls Sie möchten: das Kreuzzeichen ist ein kurzes Gebet und ein kurzes Glaubensbekenntnis:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Das große Glaubensbekenntnis ist etwas ausführlicher:

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles erschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil
ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, katholische
und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe
zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.

Sr. Clara Mende.OSF

Pfingsten

Eine Pfingstrose braucht Kraft, um sich zu entfalten. Eine kleine, geschützte, verborgene Knospe wächst heran, entfaltet sich, blüht auf und wird zu einer wunderschönen, farbenprächtigen Blume, an der sich viele freuen können.

Die Pfingstrose ist ein Bild für das, was an Pfingsten geschah – für das, was wir am Pfingstfest feiern:

Der Glaube der Jünger bleibt nach Jesu Tod erst einmal klein und verborgen. Sie verstecken sich, die Angst lähmt sie, sie sind ratlos, unsicher, sie bleiben in ihren Schutzräumen.

Langsam und durch mehrere Begegnungen mit dem Auferstandenen gestärkt, trauen sie sich, wieder untereinander und mit vertrauten Menschen von Jesus zu reden. So entfaltete sich der Glaube und geht wie eine Knospe auf.

An Pfingsten geschieht es dann:
Sie haben genug Kraft, Mut und Power – die Angst ist besiegt und so brechen die Türen ihrer Herzen auf wie eine Knospe aufbricht.  Sie reden in aller Öffentlichkeit von dem, was sie innerlich bewegt und erfüllt, ihre Glaubensfreude steckt andere an, die Sache Jesu geht weiter!

Durch die Jünger und Paulus brechen an vielen Orten Knospen des Glaubens auf, christliche Gemeinden entstehen und wachsen, das Christentum breitet sich aus – trotz aller Anfeindungen und Verfolgungen.

Auch WIR heute brauchen immer wieder neu Kraft, Stärke, Mut, Gottvertrauen, Erkenntnis, Ehrfurcht vor Gott, das Miteinander mit Gleichgesinnten, damit unser Glaube blühen kann – so farbenprächtig wie die Pfingstrosen in diesen Tagen.

 

 

 

 

 

Sr. Hedwig Runck, OSF