IMPULSE ZUR ZEIT

Impulse von den Dillinger Franziskanerinnen

An dieser Stelle möchten wir Ihnen von Zeit zu Zeit und an besonderen Festtagen einen kleinen Impuls mit in den Tag geben: um ein Stück innezuhalten, um achtsam um sich herum die Welt zu beobachten und über das ein oder andere Thema ein bisschen tiefer nachzudenken.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich mit einem unserer Impulse heute auf den Weg machen…

Siebzigmal siebenmal.
13. September

Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?”
Jesus sagte zu ihm: „Ich sage dir: nicht bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal.“ (Matthäus, 18,21-35)

 

Siebzigmal siebenmal.

So oft sollen wir vergeben, sagt Jesus.

Ganz schön viel.

Doch Vergeben ist nicht immer leicht. Manche Verletzungen sitzen tief.
Manches lässt sich nicht einfach vergessen. Und manches braucht Zeit.

Vergebung heißt auch gar nicht unbedingt: „Es war nicht so schlimm.“

Vielleicht bedeutet sie aber:
„Ich will nicht, dass das, was geschehen ist, für immer Macht über mich hat.“

Vergebung macht nicht ungeschehen. Sie entschuldigt nicht alles.
Und sie bedeutet auch nicht, dass alles wieder werden muss wie vorher.

Aber sie kann etwas lösen.
In uns.
Zwischen uns.

Siebzigmal siebenmal.

Vielleicht auch deshalb so oft, weil Vergebung selten mit einem einzigen Entschluss erledigt ist.
Manchmal müssen wir immer wieder neu loslassen.

Und manchmal sind wir selbst diejenigen,
die darauf hoffen, dass uns jemand vergibt.

 

Stephanie Planer

VERBUNDENHEIT – 23. Sonntag
6. September

Jeder trägt Verantwortung für sich selbst.

Ich möchte niemandem zu nahetreten, mich nicht in fremde Angelegenheiten mischen.

Und doch: Christliches Leben ist Leben in Verbundenheit mit meinen „Brüdern und Schwestern“.
Es kann mir nicht egal sein, was sie tun. Eine Fehlentwicklung diskret ansprechen ist vielleicht einer der wichtigsten und schwierigsten Dienste, den ich einem Mitmenschen leisten kann (oder der mir geleistet wird).

Gott will uns als Gemeinschaft. Wo wir in Christi Namen versammelt sind, da ist er mitten unter uns.

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäus 18,20)

 

Sr. Maria Uttenreuther, OSF

Weitere Impulse finden Sie in unserem Impuls-Archiv.