„Lass uns hier drei Hütten bauen“ – in unserer Familie wurden diese Worte zu einem geflügelten Ausspruch.
Wenn wir etwas Besonderes erlebten, wenn wir etwas sahen, was wir nicht in Worte fassen konnten, dann sagte jemand: „Lass uns hier drei Hütten bauen“.
Damit war ausgesprochen: Hier ist es so schön! Jetzt ist ein ganz besonderer Moment!
- Momente, die einfach perfekt sind.
- Dieser Sonnenuntergang lässt mehr erahnen.
- Diese Musik packt mich bis unter die Haut.
- Dieser Duft – kaum zu beschreiben.
- Mit diesen Menschen unterwegs zu sein, ist wir ein wunderbares Geschenk.
Könnte es doch immer so ein!
Diese Situation / diesen Moment / diesen Ort möchte ich gerne festhalten. So sollte es bleiben.
Doch die Erfahrung zeigt: Auch der schönste Moment geht vorüber und der Alltag kommt.
„Lass uns hier drei Hütten bauen“ – dieser Satz stammt aus dem Evangelium (Mt 17, 1–9), das zum Fest Verklärung des Herrn am 6. August gelesen wird.
Jesus nimmt die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen Berg. Dort geschieht etwas, was für die Jünger einmalig, wunderbar, unaussprechlich ist. Im Evangelium heißt es: Jesus wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete, wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.
So etwas hatten die Jünger noch nie erlebt. Es war wie „der Himmel auf Erden“. Unglaublich! Unvorstellbar! So sollte es bleiben – also festhalten, Heimat schaffen für dieses Besondere – also: „Lass uns hier drei Hütten bauen“.
Doch auch dieser Moment geht vorbei, wie so viele besonderer Momente.
Auch wenn ich das Besondere, das Tiefbewegende nicht festhalten kann, so verwandelt es mich doch. Diese Erfahrung kann ich nicht mehr ungeschehen machen.
Die Jünger gehen zurück in ihren Alltag. Doch dieses Erlebnis auf dem Berg hat sie so tief bewegt, dass es sie auch im Alltag begleitet und nicht zur Ruhe kommen lässt.
Wie ein Foto im Speicher meines Handys so sind diese Erfahrung in meinem Herzen gespeichert. Wie ein Foto, dass ich mir immer wieder anschaue, kann ich mich immer wieder erinnern an diesen „Himmel auf Erden“.
Dann sehe ich nicht nur, sondern spüre und fühle wieder, wie ich in diesem besonderen Moment gespürt und gefühlt habe.
Die Momente des „Himmels auf Erden“ kommen nicht oft, nicht inflationär. Sie bleiben etwas Besonderes.
Darum: Lass uns drei Hütten bauen für diese besonderen Momente des Lebens. Geben wir diesen besonderen Momenten eine Heimat in unserem Herzen.

Sr. Isabel Westphalen, OSF
