Ich liebe Assisi – wie oft war ich schon dort, ohne auf dieses Bild aufmerksam zu werden, das an der Außenwand, zwischen der Ober- und der Unterkirche zu sehen ist.

Im Matthäus-Evangelium lesen wir: „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert.“ Mt 10, 38

„Kreuz“, es ist nicht immer nur etwas extrem Schweres – eigentlich finde ich es tagtäglich in meinem Alltag:

Auf dem Bild sehen wir Franziskus, der auch zweiter Christus genannt wird. Er trägt sein Kreuz – nicht das Kreuz eines anderen und auch nicht das Kreuz Christi.
Franziskus will Christus ganz nachfolgen und ihm so ähnlich werden, wie nur möglich

– und doch, er kann nicht in allem Christus gleich sein.

Er muss und darf sein eigenes Leben leben,
seine ganz persönlichen Erfahrungen machen,
sein Kreuz auf sich nehmen und Christus nachfolgen.

Manchmal erscheint es uns erstrebenswert, sich das scheinbar „leichtere“ Kreuz zu wünschen. Das des Nachbarn, dem alles zu gelingen scheint, der eine Vorzeigefamilie hat, einen tollen Job, …. – und doch können wir nicht in einen Menschen hineinschauen, welches Kreuz seinen Weg beschwert.

Auch wenn ich mein eigenes Kreuz aufnehmen und tragen muss, so darf ich doch sicher sein, dass Gott diesen Weg mit mir geht und auch,
dass Gott mit jedem Menschen den je eigenen Weg mit geht.
Wie tröstlich!

 

 

 

 

Sr. Bernadette Gevich, OSF