Am 15. August feiern wir das „Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel“.
Auch wenn wir davon keinen Hinweis in der Bibel finden, ist es das älteste Marienfest.

Man war sicher, dass Maria zuerst die Auferstehung von den Toten erfahren durfte. So hat sie das empfangen, das uns allen versprochen ist: Nach unserem Tod die Herrlichkeit Gottes zu erfahren.

An Maria können wir die Großtaten Gottes erkennen und sehen, was auch uns einmal geschenkt wird: nämlich ewiges Leben bei Gott. Leben nach dem Tod!

 

Eine der vielen Legenden über die „Entschlafung Mariens“, wie das Fest in der Ostkirche genannt wird, erzählt von einem Wunder:
Als der zweifelnde Thomas das Grab Marias öffnen lässt, da findet er nur mehr Rosen vor, die einen lieblichen Wohlgeruch verbreiten.

Was bleibt zurück von einem Menschen, der sich ganz Gott anvertraut hast?

Maria zeigt es uns:
Der Duft der Liebe Gottes, der hineinweht in diese Welt.

Wer so eine Rose betrachtet, ihren Duft, ihre Farbe in sich aufnimmt, in dessen Herz wird selbst ein Lobpreis auf den Schöpfer aufsteigen.

Vielleicht kommt daher der Brauch, mitten im Hochsommer, wenn alles reif ist zur Ernte, Kräuter und Blumen zu sammeln, daraus einen Büschel zu binden und diesen zum Segnen in die Kirche zu bringen. Diese Kräuterbüschel oder Würzbürde sind Zeichen des Dankes dafür, dass Gott alles wachsen und reifen lässt, was wir für unsere Gesundheit an Leib und Seele nötig haben. Man bittet, Gott möge ihn segnen und damit allen, die ihn in ihrer Wohnung haben, Freude, Heil und Segen zukommen lassen.
Leben vor dem Tod!

 

 

 

 

Sr. Ulrike Stein, OSF