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Eine musikalische Reise aus Anlass des 175. Jubiläums des Regens Wagner Werkes

Der 03. April 2022 war ein besonderer Abend!

Im voll besetzten St. Stanislaus-Saal in Dillingen erlebten eine Reihe von Dillinger Franziskanerinnen die Uraufführung des Singspiels rund um Regens Wagner und Sr. Theresia Haselmayr mit. Vor 175 Jahren gründeten die beiden in Dillingen die erste Schule für gehörlose Mädchen. Unsere Vorfahrin und der Regens inspirierten und ermutigten einander, sich für Menschen einzusetzen, die in der damaligen Zeit an den Rand der Gesellschaft gedrängt waren, kaum beachtet wurden, isoliert und chancenlos waren.

Was aus dem „Funken“ der beiden wurde, wissen wir:
In den 14 Regens-Wagner-Zentren begleiten knapp 7.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ca. 9000 Menschen mit Behinderung in den verschiedenen Altersstufen. Wir Dillinger Franziskanerinnen sind ein wesentlicher Teil dieser Geschichte, auch wenn der Name der „Meisterin Theresia Haselmayr“ nicht im Namen des Werks, der Stiftung, erscheint.

Doch zurück zum Singspiel.
Kathrin Reile und Andreas Schneider, Mitarbeiterin und Mitarbeiter bei Regens Wagner, hatten die künstlerische Leitung inne, auch die Texte und Lieder sind ihrer Kreativität und ihrem Einfühlungsvermögen entsprungen. Mit Hingabe und enormer Spielfreude präsentierten rund 60 Aktive wichtige Etappen der Entstehung des Regens Wagner Werks. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Regens Wagner Dillingen, Kinder der Arche-Kindertagesstätte und fünf unserer Mitschwestern zündeten ein Feuerwerk aus Worten, Tönen, Gesten, mal leise und nachdenklich, mal fröhlich beschwingt.

Jürgen Stella, Schulleiter der Theresia-Haselmayr-Schule in Dillingen, und Miriam März, Mitarbeiterin im Therapiezentrum, gelang es, die beiden Persönlichkeiten des Anfangs glaubwürdig darzustellen. Jedes Wort, jede Geste passte. Viele Szenen berührten: Ereignisse aus der Kindheit von Regens Wagner, Gespräche zwischen Sr. Theresia Haselmayr und dem Regens, die Bereitschaft der Schwesterngemeinschaft, sich auf neue Wege einzulassen, lebendige Schulszenen, die Sorge um die Finanzen, die Aussendung der Schwestern an neue Orte und andere mehr.

Der Rückblick auf die Anfänge mündete in den Blick auf die Gegenwart: So erzählten einige Menschen mit Behinderung, was es für sie bedeutet, zur Regens Wagner Gemeinschaft zu gehören.

Mich berührte besonders auch der Augenblick, als Sr. Ludwitha, Sr. Antonia und Sr. Annette als Vertreterinnen der heutigen Gemeinschaft der Dillinger Franziskanerinnen jetzigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern symbolisch die Verantwortung übergaben und dann einen Schritt in den Hintergrund traten. Das ist unsere Realität, die wir getrost akzeptieren können, weil wir darauf vertrauen, dass der Funke des Anfangs längst übergesprungen ist und in vielen Menschen weiterbrennt.

Der Funke sprang auch auf die Zuschauerinnen und Zuschauer über. Daran hatte die ansprechende musikalische Gestaltung wesentlichen Anteil. Alle waren zum Mitsingen der Refrains eingeladen.

Die Band, darunter Sr. Maria und Sr. Friederike, und der Chor präsentierten die Lieder so schwungvoll und mitreißend, dass es ein Leichtes war, einzustimmen. Viele Liedtexte sind Originalzitate von Regens Wagner, die seine Motivation, sein Menschenbild, seinen Gauben zum Ausdruck bringen. Besonders beeindruckend war der Schlusschor, bei dem alle Beteiligten, einschließlich eines Gebärdenchors, mit dem Publikum sangen: „Wir sind heute, steh‘n zusammen, bauen weiter auf Stein für Stein. Und ist das Steinchen, das ich setze, auch so klein, wird es ein Stückchen von dem großen Bauwerk sein.“

(Schwester Martina Schmidt)

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