Gehorsam – Gemeinsam Hinhören auf den Willen Gottes
8. Zukunftswerkstatt

„wie bitte“ – Worte, die zu Beginn der 8. Zukunftswerkstatt standen.

„wie bitte“ – eine Frage? ein Ausruf? wer sagt diese Worte? wer hört diese Worte?
Diese Worte bekunden Interesse, wollen genauer verstehen.

Hören, Beziehung, Gemeinschaft, Glaube, Vertrauen, Wahrnehmen… je mehr wir uns mit dem Thema „Gehorsam“ beschäftigten, um so vielfältiger und weiter wurde unser Blick auf das Gelübde des Gehorsams.

Ein erster Schritt in der Begegnung mit dem Gehorsam führte zum→ Blick auf die drei Dimensionen des Hörens, die wie Anker das Hören festmachen:

Hören auf Gott
→      die Schriften der Bibel lesen und hören, Gebet
Hören auf den/die Nächsten und die Mitwelt
→      das Geschehen in der Welt, Mitmenschen und Mitwelt wahrnehmen, Freude und Schmerz
Hören auf mich selbst
→      mich selbst immer besser kennenlernen

Im Gruppengespräch tauschten wir uns über die drei Anker des Hörens aus, erzählten von unseren Erfahrungen, vom Leichten und Schweren des Hörens und unserer Sehnsucht, besser hören zu können.

So persönlich und gemeinschaftlich eingestimmt schauten wir auf die Provinzweisung: „Gehorsam als gemeinsames Hinhören auf den Willen Gottes“. Vieles von dem, was wir ausgetauscht hatten, fanden wir darin wieder. Das aufeinander und auf Gott Hören ist ein konkreter Prozess: zuhören – verstehen – erkennen – entscheiden – reflektieren
Gehorsam geschieht im Dialogischen Prozess zwischen Menschen, Gott und mir selbst. Als Franziskanerinnen vertrauen wir darauf, dass – wie Franziskus es sagt – der Heilige Geist der Leiter der Gemeinschaft ist.

Dass das Leben im Gehorsam nicht immer spannungsfrei ist, spürten wir im Schreibgespräch nach. Acht Spannungsfelder luden uns ein, schweigend und schreibend miteinander ins Gespräch zu kommen:

  • Gehorsam und Mündigkeit
  • Gehorsam und Gewissen
  • Gehorsam und Gemeinschaft
  • Gehorsam und Feigheit/Bequemlichkeit
  • Gehorsam und Macht
  • Gehorsam und Dialog
  • Gehorsam und Verantwortung
  • Gehorsam und Vertrauen

 

Die Beschäftigung mit den Franziskanischen Quellentexten fordert uns besonders heraus. Wir entdeckten, dass Franziskus in seinen Schriften in aller Klarheit seinen Gehorsam in der Liebe zu Gott und seiner Schöpfung gründet. Die Biographen beschreiben teilweise ein Gehorsamsverständnis, mit dem wir uns heute schwertun.

Am Ende der Zukunftswerksatt, in der uns Franz-Josef Wagner begleitete, schauten wir dankbar auf unserer gemeinsamen Zeit:

Gehorsam hat viel mit Kommunikation zu tun, daher ist es gut, auf allen Ebenen, in allen Konventen auf eine gute Kommunikation zu achten und sie immer wieder einzuüben.
Gehorsam ist ein Dialogischer Prozess des (Zu)Hörens und des Aussprechens.